Wir GRÜNE stehen für ein Füssen,
in dem alle Menschen in ihrer ganzen Vielfalt gleichberechtigt und selbstbestimmt miteinander leben und am gesellschaftlichen Leben selbstverständlich teilhaben können. In unserer lebenswerten Stadt gehen Tradition und Moderne, Naturverbundenheit und Kultur, Umweltschutz und Innovation, Weltoffenheit und die Liebe zum Allgäu Hand in Hand.
Wir setzen uns ein, für eine offene und moderne Stadtgesellschaft, in der Familienfreundlichkeit einen hohen Stellenwert hat und Diskriminierung, Rassismus sowie Rechtsradikalismus keinen Platz haben. Wir wollen, dass unsere Kinder in einer Stadt aufwachsen können mit besten Bildungsmöglichkeiten und Lebenschancen. Ein Füssen, in dem Grünflächen, Bäume und Natur ebenso das Stadtbild prägen, wie Orte der Begegnung und guten Miteinanders.
Wir fördern die regionale, zukunftsfähige Wirtschaft und binden die Innovation und Kreativität bestehender Firmen und Startups mit hohem Wachstumspotential für die nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung mit ein.
Wir unterstützen das gesellschaftliche und soziale Miteinander in der Stadt, fördern dort, wo Menschen Hilfe und Begleitung brauchen, und eröffnen denen Möglichkeiten, die sich an der Gestaltung des Gemein-wohls beteiligen können und wollen.
Wir nehmen den Klimaschutz ernst und werden im kommunalen Maßstab die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen ausbauen. Füssen soll eine Schlüsselrolle in der Energiewende einnehmen und Vorbildfunktion wahrnehmen.
Die neuen Antworten für neue Zeiten müssen wir jetzt finden – gemeinsam.
GRÜNE Politik für Füssen:

Tourismus
Tourismus
Nachhaltig mit Qualität
Nachhaltiger Tourismus ist nach grünem Verständnis langfristig, in Bezug auf heutige wie zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch und wirtschaftlich tragfähig.
Zentral dabei ist der Gedanke, dass ein Ort und seine Natur, zusammen mit der dort existierenden Kultur, für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Dabei versucht der nachhaltige Tourismus gezielt drei zentrale Perspektiven zu steuern: Die ökologische, die soziale/kulturelle sowie die wirtschaftliche Perspektive.
Dafür wollen wir in Füssen:
• Den Ausbau der gezielten ganzjährigen Ansprache von Gästen, die das Aktiv-, Freizeit-, Kultur-, Gesundheits- und Natur-Angebot mit attraktiven Angeboten für längere Aufenthalte nutzen.
• Erreichbare Naturräume wie einen Nationalpark im Ammergebirge als touristisches Alleinstellungsmerkmal für ganzjährigen sanften und gesunden Natur-Erlebnis-Tourismus.
• Die Verknüpfung von einem hochwertigen gastronomischen und kulinarischen Angebot mit regional und fair produzierten Lebensmitteln: z. B. Zusammenarbeit mit Erzeugern und Partnern der Öko-Modellregion Ostallgäu und des Bio-Rings; Bauern-Märkte und Einkaufsführer bio-fair-regional für Einheimische und Gäste; Aktions-Wochen für die Nebensaison.
• Eine sinnvolle Lenkung der Verkehrsströme für den an- und abfahrenden Verkehr: Umstiegsfreie Bahn-Anbindung an München/Augsburg und Prüfung einer Anbindung an das Außerfern; Angebot von E-Mobilität/ Carsharing/ Fahrrad-Verleih ab dem Füssener Bahnhof; Konzept für Bus-Verkehr inkl. Parkplätze mit Ein-/Ausstiegen außerhalb der Innenstadt, Weißensee und Hopfen am See, sowie Fahrbeschränkungen für Bad Faulenbach; ausreichendes Angebot an Parkplätzen mit Ladestellen für E-Fahrzeuge und E-Bikes; Radstreifen wo möglich und Verkehrslenkung mit Anstreben einer langfristigen Lösung für den Durchfahrtsverkehr.
• Keine weiteren Hotels, Hostels und Appartements im Innenstadtbereich wegen fehlender Zufahrts-Möglichkeiten und Stellplätze.
Kultur
Kulturelles Leben
Füssen ist nicht nur atemberaubende Natur und Schloss Neuschwanstein, sondern auch Ort für lebendiges kulturelles Leben, das sich kontinuierlich entwickelt. Die Kunst- und Kulturszene in Füssen zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Mischung aus Tradition, Innovation und Unterstützung für junge, lokale Künstler*innen aus. Hier findet Hochkultur genauso statt wie Brauchtum und eine lebendige, freie Szene.
Die Aufgabe der Stadt sollte es sein diese Kultur der Inklusivität zu fördern und zu unterstützen, bei der sowohl etablierte als auch aufstrebende Künstler*innen aus der ganzen Welt gleichermaßen Platz finden. Nur mit kostengünstigen Räumen kann eine aktive Kulturszene weiterhin Bestand haben und wachsen. Wir wollen daher bestehende Freiräume, wie sie beispielsweise in den ehemaligen Hanfwerken entstanden sind, schützen und fördern. Wir setzen uns für niedrigschwellige Zugänge zu Proberäumen, Ateliers und Auftrittsmöglichkeiten ein. Dazu gehört auch die Nutzung leerstehender Gebäude für kulturelle Zwischennutzung.
Kultur muss für alle Menschen zugänglich sein – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen. Sie ist ein Schlüssel zu Bildung und gesellschaftlichem Austausch. Ein vielfältiges kulturelles Angebot für alle Alters- und Zielgruppen ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer offenen und lebenswerten Stadt.
Wohnen
Bezahlbares Wohnen
Der Ausbau und die gezielte Förderung von bezahlbarem Wohnraum muss für Füssen oberste Priorität haben – insbesondere für Familien, Alleinerziehende, Auszubildende, Pflegekräfte und Menschen, die dauerhaft hier leben und arbeiten. Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht zur sozialen Frage werden. Gerade in einer touristisch geprägten Stadt wie Füssen ist es unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Menschen, die das gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Leben vor Ort tragen, auch hier ein Zuhause finden können.
Für uns Grüne gilt dabei klar der Grundsatz „Innen statt Außen“. Bevor neue Baugebiete auf der grünen Wiese ausgewiesen werden, müssen alle Potenziale innerhalb des bestehenden Siedlungsgebiets ausgeschöpft werden. Dazu zählen eine maßvolle und sozialverträgliche Nachverdichtung, die Aufstockung bestehender Gebäude, die Umnutzung von leerstehenden oder untergenutzten Flächen sowie die Entwicklung von Brachflächen. Diese Maßnahmen müssen stets mit einer klimafreundlichen, energieeffizienten und städtebaulich hochwertigen Planung einhergehen, die Lebensqualität, Grünflächen und soziale Infrastruktur mitdenkt.
Die fortschreitende Versiegelung von Böden und der damit verbundene Flächenfraß schadet nicht nur Klima, Natur und Artenvielfalt, sondern ist auch langfristig wirtschaftlich und ökologisch unverantwortlich. Jeder Quadratmeter neu versiegelter Boden fehlt als CO₂-Speicher, als Fläche für Wasserrückhalt und als Lebensraum. Deshalb dürfen neue Baugebiete am Stadtrand nur das allerletzte Mittel sein – und nur dann, wenn ein nachweislicher Bedarf besteht und innerörtliche Alternativen ausgeschöpft sind.
Gleichzeitig setzen wir uns entschieden dafür ein, dass bestehender Wohnraum dauerhaft dem Wohnungsmarkt erhalten bleibt. Die zunehmende Umwandlung von Wohnungen in Zweit- oder Ferienwohnungen verschärft die Wohnungsnot erheblich und treibt die Mieten weiter in die Höhe. Das ist sozial ungerecht und gefährdet den Zusammenhalt in unseren Quartieren. Wir fordern daher den zuletzt eingeschlagenen Weg der Stadtverwaltung konsequent einzuhalten und umzusetzen, um diese Zweckentfremdung einzudämmen und Wohnraum wieder den Menschen zur Verfügung zu stellen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, die hier leben und arbeiten.
Unser Ziel ist eine soziale, ökologische und generationengerechte Wohnraumpolitik für Füssen: bezahlbar, klimagerecht, flächensparend und lebenswert – damit unsere Stadt auch in Zukunft ein Zuhause für alle bleibt.
Klimaresiliente Stadt
Schwammstadt gegen Hitze und Starkregen
Starkregen und Hitzeperioden nehmen seit Jahren in Häufigkeit und Intensität zu und machen verdichteten Städten zunehmend zu schaffen. Regenwasser kann nicht versickern, überlastet die Kanalisation und Bewohnerinnen und Bewohner leiden unter „Hitze-Inseln“.
Abhilfe kann die langfristige Umgestaltung Füssens in eine sogenannte Schwammstadt schaffen, auch in kleinen Schritten.
Maßnahmen:
• weniger Versiegelung durch Asphalt und Beton, hin zu mehr Grünflächen
• wasserdurchlässigere Oberflächen
• unterirdische Wasserauffangbecken
• Bäume entlang der Straßen spenden Schatten
• Fassaden-, Dach- und Straßenbegrünungen
• Trinkbrunnen und Wasserflächen wie Teiche
• Begrünen von Flachdächern
Auswirkungen:
• Grünflächen nehmen mehr Regenwasser auf und reduzieren Überflutungen
• Grünflächen geben bei Hitze Feuchtigkeit ab und kühlen
• Grüne Dächer nehmen Wasser auf, kühlen und geben es langsam ab
• Grundwasser wird aufgefüllt
• Wasserauffangbecken (auch unterirdisch) dienen der Bewässerung der Grünanlagen
• Schattenspendende Bäume reduzieren Aufheizung des Asphalts
• Eine grün-blaue Stadt lädt mehr zum Verweilen ein
Bildung
Bildung
Ob Kita, Schule oder VHS, eine vielfältige und nachhaltige Bildungslandschaft liegt uns sehr am Herzen, dies gilt besonders für die zahlreichen Vereine, gemeinnützigen Organisationen und außerschulischen Bildungsangeboten in Füssen. Gemäß dem Spruch, dass es ein ganzes Dorf brauche, um ein Kind großzuziehen, unterstützen wir die den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur in diesem Bereich, deshalb sind wir von Beginn an beim Projekt „Lehrschwimmbecken“ dabei.
Füssen darf sein Bemühen, die Attraktivität für junge Leute zu steigern, nicht aufgeben.
Energie
Energie
Wir brauchen in Füssen intelligente, regenerative und auf die jeweiligen Ortsbereiche zugeschnittene Energiekonzepte, gerade für die Altstadt und für die Bestandsbauten im Füssener Westen. Zwei Gebote sind hierbei wesentlich: die Machbarkeit und das Miteinander. Praktikable und sich für die Bürger rechnende Lösungen für die Zukunft sind wichtig, nur so funktioniert Nachhaltigkeit.
Beispiele:
•Der Aufbau von klimaneutralen Fernwärmenetzen
•Gemeinschaftliche Photovoltaik‑Anlagen auf den Dächern von Wohnkomplexen, finanziert über eine kommunale Energiegenossenschaft. Direkte Stromlieferverträge zwischen der Genossenschaft und den Mietern, die faire Preise garantieren und Preisschwankungen am Großmarkt ausschließen.
•Quartiersspeicher: Gemeinschaftliche Batteriespeicher in den Stadtteilen, die überschüssige Solarenergie aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. So wird die Energie vor Ort genutzt, Netzverluste sinken und die Stromrechnung der Bürger*innen wird stabiler.
•Ausbau von E‑Ladestationen in Wohngebieten, damit Elektro‑Mobilität für alle erschwinglich wird.
Wirtschaft
Lokale Wirtschaft in Füssen
Chancen in grüne Taten und Projekte verwandeln
Füssen steht an einem Wendepunkt: Die Stadt muss ihre Wirtschaft zukunftsfähig, klimaneutral und sozial gerecht gestalten. Die Stadt hat das Potenzial, einen lebendigen klimafreundlichen Wirtschaftsstandort zu schaffen, der sowohl Einheimische als auch Besucher*innen begeistert. Wir GRÜNEN wollen diese Chance ergreifen, um Arbeitsplätze zu sichern, den Klimaschutz voranzutreiben und die Lebensqualität für alle Bewohner*innen zu erhöhen.
Grüner Mittelstand – Innovation aus der Region und lokale Wertschöpfung stärken
Wir kritisieren die unzureichende Förderlandschaft für lokale Innovationen.
Wir wollen ein städtisches Gründer- und Innovationszentrum, das kostenlose Beratungen zu Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung für KMUs anbietet.
Wir fordern einen kommunalen Investitionsfonds, der Unternehmen beim Umstieg auf erneuerbare Energien und die Anschaffung von nachhaltiger Betriebs- und Geschäftsausstattung unterstützt, sowie einen Fördertopf für Kleinunternehmer und Start-ups, die ihren Geschäftsbetrieb nachhaltig gestalten und umstellen.
Wir setzen uns ein für ein Netzwerk lokaler Produzent*innen, das regionale Produkte in Geschäften, Märkten und online sichtbar macht.
Faire Arbeitsplätze und Ausbildung – Chancengleichheit für alle
In Füssen gibt es noch immer Lücken bei gut bezahlten, sicheren Jobs, insbesondere für junge Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. Wir kritisieren die fehlende Koordination zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen.
Wir setzen uns ein für ein Netzwerk aus Schulen, Berufsschulen und lokalen Betrieben, das praxisnahe Ausbildungsplätze in den Bereichen erneuerbare Energien, digitale Services und nachhaltiger Tourismus schafft. Wir wollen ein Weiterbildungszentrum für digitale und grüne Kompetenzen etablieren, das kostenfrei für Arbeitssuchende und Fachkräfte ist. Wir fordern, dass die Stadt jährlich 1 % ihres Haushalts in soziale Unternehmensinitiativen investiert, um Arbeitsplätze für benachteiligte Gruppen zu schaffen. Durch gezielte Förderung von Teilzeit- und Elternzeit- Modellen sowie bedarfsgerechter Kinderbetreuung stärken wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, vor allem für Frauen, und sichern langfristig den Fachkräftebedarf der Stadt.
Lokale Kreislaufwirtschaft – Ressourcen schonen, Wert schaffen
Derzeit wird ein großer Teil des anfallenden Abfalls außerhalb von Füssen entsorgt, was Transportkosten und Emissionen erhöht. Wir kritisieren das fehlende Konzept für Wiederverwendung und Recycling vor Ort. Wir wollen ein kommunales Rücknahmesystem für Verpackungen, Elektroschrott, Altmetall und Baustoffe, das über ein Netzwerk von Sammelstellen in der Innenstadt funktioniert.
Wir fordern die Einrichtung einer „Füssener Grünen Werkstatt“, in der gesammelte Materialien zu neuen Produkten verarbeitet werden – von Möbeln aus recyceltem Holz bis zu Bauteilen aus wiederverwertetem Beton – sowie eines Repair-Cafés als sinnvolle und nötige Ergänzung.
Solche Initiativen schaffen Arbeitsplätze, reduzieren Müll und stärken das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Produkten.
Wir stehen bereit, diese Vision für Füssen gemeinsam mit Bürger*innen, Unternehmen und Institutionen umzusetzen. Die Zeit zu handeln ist jetzt – für eine Wirtschaft, die ökologisch, sozial und zukunftsfähig ist. Gemeinsam machen wir Füssen zum Vorbild für nachhaltiges Wachstum sowie ökologischen und wirtschaftlichen Wandel im Ostallgäu.
